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Wir veröffentlichen Pressestimmen zu den Veranstaltungen der Reihe Musik am 13. mit freundlicher Genehmigung der genannten Medien.

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Eindrückliches Musizieren


Ludwigsburger Kreiszeitung | Dietholf Zerweck

Jörg-Hannes Hahn dirigiert Händels „Messiah“ in der Stadtkirche Bad Cannstatt

Als Händels populärstes Oratorium „The Messiah“ 1742 in Dublin uraufgeführt war, wurde es mit der Zeit mehr und mehr üblich, das Werk in großer Chor- und Orchesterbesetzung darzubieten. Mit der Erforschung historischer Aufführungspraxis in der Barockzeit geht die Tendenz heutzutage eher wieder zu kleineren Ensembles. Jörg-Hannes Hahn wählte nun bei seiner Aufführung mit dem Cantus Stuttgart und Solisten des Bachorchesters Stuttgart eine stark reduzierte Instrumentalbesetzung: zu einem Streichquintett mit Fagott und Cembalo zwei Oboen, Trompeten und Pauke. Das schuf einen herben, vom vibratolosen Spiel des Konzertmeisters Klaus von Niswandt und des Cellisten Alexander Scherf geprägten Grundton, der die Soloarien in ein sehr filigranes Klanggewand kleidete und den von Händel kunstvoll komponierten Chören die Hauptrolle des Epos zuwies. Den weit gespannten Erzählbogen von der Prophezeihung des Messias über Geburt, Leiden, Sterben und Auferstehung Jesu bis zur Erlösung und Jüngstem Gericht gestaltete Jörg-Hannes Hahn mit dramatischer Intensität.

Die 40 Choristen des Cantus Stuttgart, vor allem die prächtigen Soprane und Alte, sorgten für eine ausdrucksstarke Aufführung. Nicht nur das berühmte, schlank gesungene „Hallelujah“, sondern auch solche hierzulande meist in deutscher Übersetzung vorgetragenen Chöre wie das rhythmisch federnde „Hoch tut euch auf“ oder „Denn es ist uns ein Kind geboren“ gelangen eindrucksvoll.

Als Engel in der Weihnachtsgeschichte, als gläubige Seele in der Arie „I know that my Redeemer liveth“ (Ich weiß, dass mein Erlöser lebt) und im Duett mit der Altistin Kora Pavelic begeisterte die junge Mirella Hagen mit ihrem glockenhellen, auch die Bedeutung des Textes subtil gestaltenden Sopran, der die Koloraturen mit innerlichem Leben erfüllte, statt sie mechanisch abzuspulen. Der Bass Johannes Mooser gefiel durch mächtiges Volumen, der Tenor Julius Pfeiffer sang seine Melodielinien eher nüchtern als kantabel. Die Zuhörer feierten die Aufführung des „Messiah“ in der spätgotischen Cannstatter Stadtkirche mit starkem Beifall.