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Wir veröffentlichen Pressestimmen zu den Veranstaltungen der Reihe Musik am 13. mit freundlicher Genehmigung der genannten Medien.

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KMD Prof. Jörg-Hannes Hahn
Tel.: 0711/549973-75


Kein Grund zum Weinen


Stuttgarter Zeitung | Susanne Benda

Bei „Musik am 13.“ bringt Jörg-Hannes Hahn Mozart und Bernd Alois Zimmermann zusammen

Stuttgart. Es ist Totensonntag, und der Tod ist nah. Nach Bernd Alois Zimmermanns „Stille und Umkehr“ wird bei „Musik am 13.“ in der Lutherkirche Mozarts Requiem erklingen, und Zimmermanns letztes Orchesterwerk selbst ist dunkel, verzweifelt. Da ist ein Ton, der bleibt, da sind kleine Bewegungen, die ihn umspielen, da klingt von ferne ein müder Blues herein; Da ist Stillstand, gefrorene Zeit. Die Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz spielt den Zehnminüter unter der Leitung von Jörg-Hannes Hahn konzentriert – auch wenn nebenbei noch Besucher in der vollen Kirche ihre Plätze suchen.

Glitte man von diesem Stück, nach dessen Komposition sich Zimmermann das Leben nahm, direkt hinüber zu Mozart, der sein Werk nicht vollenden konnte: Was für eine starke Wirkung könnte das haben! Stattdessen wird jetzt nach „Umkehr und Stille“ eine Ewigkeit lang umgebaut – und der Effekt ist ebenso dahin wie die Möglichkeit, das Publikum ein populäres Stück mit neuen Ohren hören zu lassen.

Zu erleben ist dann eine Aufführung, in der Hahn seinen großen Bachchor und das für historisch informierte Verhältnisse groß besetzte Orchester so differenziert führt und auffächert, wie das eben möglich ist. Dabei setzt er auf sehr rasche Tempi, die mal die Violinen (im „Dies irae“), mal den Chor an Grenzen bringen, und in Kombination mit dem spürbaren Eifer der Sänger bewirkt sein starker Vorwärtsdrang, dass mancher Einsatz ein wenig zerfasert.

Hahns Ziel, das Stück mithilfe eines bewegten, durchgestalteten Orchestersatzes gleichsam von unten her zu durchlüften, ist spürbar – auch wenn ihm die Masse der Mitwirkenden entgegensteht, die auch die guten Solisten (Monika Eder, Julia Böhme, Benjamin Glaubitz und Stephan Loges) manchmal zu allzu lautem Singen nötigt. Das „Confutatis“ und das „Agnus Dei“ sind detailreich durchgestaltet. Und das Stück endet ganz ohne jene „ekle Süßigkeit“, die einst E. T. A. Hoffmann den Messen der Wiener Klassiker unterstellte. Der Tod ist nah, aber zum Weinen gibt es keinen Grund.