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Wir veröffentlichen Pressestimmen zu den Veranstaltungen der Reihe Musik am 13. mit freundlicher Genehmigung der genannten Medien.

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Musik am 13. mit Smolka


Stuttgarter Nachrichten | Verena Großkreutz

Diese Reihe ist wirklich ein kleines Juwel: Die 'Komponistengespräche' von Musik am 13. in der Cannstatter Stadtkirche. Kirchenkreiskantor Jörg-Hannes Hahn lädt hier regelmäßig große produktive Schöpfer geistlicher Musik ein. Jetzt kam der 1959 geborene tschechische Komponist Martin Smolka. Auf die Frage von SWR-Neue-Musik-Redakteur Björn Gottstein, was es denn mit der Mikrotonalität in der gerade gehörten 'Music for retuned Instruments' auf sich habe, gab der tschechische Meister eine denkbar einfache Antwort: Die Flöte klinge auf diese Weise trauriger. Da nickten viele im Publikum. Intervalle, die kleiner sind als ein 'normaler' Halbton, geraten bei Smolka zum sehr emotionalen Ausdrucksmittel, das die Stücke rückwirkend sehr fasslich macht. Zwei Solowerke erklangen zudem, deren Wirkung auf dichten Wiederholungsstrukturen beruht.

Unter großem Spannungsbogen entwickeln sie wahrhaft meditative Kräfte, wobei in 'Haiku' für Cembalo Jörg Halubeks Spiel gelegentlich mit dem zugespielten Abendgesang von Vögeln verschmolz. Smolka ist immer auch musikalischer Metaphysiker, der dem Klang hinter dem Klang nachlauschen lässt. In 'Lamento metodico' waren die Naturgeräusche, mit denen der Akkordeonist Stefan Hussong konfrontiert wurde, freilich sehr realistischen Ursprungs: Donnergrollen eines über Stuttgart ziehenden Gewitters. 'Agnus Dei' für vierstimmigen Chor schließlich zeigte Smolka als den Meister der chorischen Klanggestaltung. Er führt die Stimmen immer wieder zu immenser räumlicher Weitung zusammen, lässt dadurch eine mystische Aura entstehen. Jörg-Hannes Hahn setzt diese komplexe Musik mit seinem Vokalensemble Cantus Stuttgart exzellent um: die pulsierenden Echos, die immer wieder wellenartige Bewegungen anstoßen, die Klangmassierung, die sich durch verschachtelt einsetzende Stimmen aufbaut, das langsame Verdämmern der Musik. Chapeau!