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Wir veröffentlichen Pressestimmen zu den Veranstaltungen der Reihe Musik am 13. mit freundlicher Genehmigung der genannten Medien.

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KMD Prof. Jörg-Hannes Hahn
Tel.: 0711/549973-75


Schneller als der Hall


StZ / StN | Verena Großkreutz

Die Konzertreihe „Musik am 13.“ hat Johann Sebastian Bachs „Clavier-Übung“ ins Zentrum eines Minifestivals gestellt

Es ist immer wieder bewundernswert, was die Cannstatter Konzertreihe „Musik am 13.“ mit wenigen Mitteln auf die Beine stellt. Jetzt war es ein viertägiges Mini-Bach-Festival mit fünfeinhalb Stunden Cembalo- und Orgelmusik, mit dem sich der Künstlerische Leiter der Reihe Jörg-Hannes Hahn wohl auch einen Herzenswunsch erfüllt hat. Gleich die ganze „Clavier-Übung“, die Johann Sebastian Bach in den 1730er Jahren in vier Teilen veröffentlicht hat, kam in der Cannstatter Stadtkirche zur Aufführung. Hahn hatte für sein Projekt, in dem er selbst die „Orgelmesse“ gab, drei andere hochkarätige Tasten-Spezialisten der Alte-Musik-Szene geholt: Jörg Halubek, Robert Hill und Marieke Spaans.

„Clavier-Übung“ ist dabei ein denkbar tiefstapelnder, von Bach pädagogisch gemeinter Titel für höchst anspruchsvolle Kunst, die an die Ausführenden virtuoseste Anforderungen stellt. So hörbar auch im Konzert von Marieke Spaans, Professorin für historische Tasteninstrumente an der Musikhochschule Trossingen. Sie widmete sich auf dem Cembalo den drei Dur-Partiten aus Teil I und dem berühmten „Italienischen Konzert“. Worüber das Auditorium wohl am meisten staunte: Das rasende Tempo, mit dem Spahn sich in die Läufe und Triller warf. Allerdings geschah das des Öfteren schneller, als der Kirchenhall erlaubte – ob in den Rahmensätzen des Konzerts oder den wilden Courante- und Gigue-Sätzen der Partiten. Der leichtere Anschlag, die schmaleren Tasten machen das Cembalo zum Gepard unter den Tasteninstrumenten. Es scheint oft, als stände der sportive Geschwindigkeitsrausch im Mittelpunkt dieses speziellen Virtuosentums. Weil Cembalos, sofern sie solistisch in Erscheinung treten, wegen ihrer intimen Klangwelt im Kirchenraum denkbar deplatziert wirken, fielen an diesem Abend strukturelle Klarheit und atmendes Phrasieren auch der Akustik zum Opfer.

Die glitzernd-klirrenden Klangkaskaden, so typisch für die helle, extrem obertonreiche Klangwelt des Zupfflügels, kippten immer wieder ins Geräuschhafte. Die Vorteile des Cembalos gegenüber seinen Artgenossen, sein silbriger, klarer Ton, der für die Plastizität polyfoner Stimmengeflechte unabdingbar ist, kamen nicht zur Geltung. Nur in den langsamen Sätzen, etwa im Andante des Italienischen Konzerts oder den melancholischen Sarabanden der Partiten, fand die Musik zu sich.