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Wir veröffentlichen Pressestimmen zu den Veranstaltungen der Reihe Musik am 13. mit freundlicher Genehmigung der genannten Medien.

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Der Reiz des Wider­stands

Stuttgarter Nachrichten | Susanne Benda

Klassik I: Wie Jörg-Hannes Hahn 20 Jahre „Musik am 13.“ feierte

Stuttgart. Was für ein aus­ge­fallenes, skurriles Pro­gramm! Passender hätte Jörg-Han­nes Hahn die Musikstücke nicht auswählen können, mit denen er am Mittwochabend in der Stadtkirche Bad Cannstatt sein 20-Jahr-Jubiläum als künstlerischer Leiter der Reihe „Musik am 13.“ feierte.

Das Werk des Komponisten Max Reger steht für eben jenen Spagat, den auch Hahns Zyklus stets versucht: Es bewegt sich zwischen Tradition und Gegenwart, Strenge und Freiheit, und dass am Jubiläumsabend denkwürdige Bearbeitungen für und mit zwei Brat­schen, Klavier und Harmonium zu hören waren, verwies zudem auf die Lust des Kantors am Spielerisch-Ex­perimentellen und an den Überraschungen, die man bei selten ge­spieltem, unbekanntem Repertoire erleben kann. Auch die gleichsam verdeckte Virtuosität der Bratschen passte gut ins Bild einer Veranstaltungsreihe, die an der Pe­ripherie der Groß­stadt eine eingeschworene Fangemeinde gefunden hat.

Der Rahmen des Konzerts, eine Novelle des (ja, auch schreibenden!) Komponisten Sergej Prokofjew über den durch Europa wandernden Eiffelturm, umgab, vorgetragen von Cannstatts Dekan Eckart Schultz-Berg, auch die Musik mit einer Aura des Surrealen. Die RSO-Bratscher Janis Lielbardis und Christian Nas machten in bearbeiteten Duos, Chorliedern wie auch in Regers für Viola und Klavier gesetzter, also gleichsam mit Fußfesseln versehener erster Solosuite den Reiz des Widerständigen hörbar, der diesem Instrument aus der Mitte des Orchesters zu eigen ist. Nachdem Jörg-Hannes Hahn bewiesen hatte, dass eine Ro­manze (a-Moll WoO IV/II) auf dem Harmonium keineswegs einen Widerspruch in sich darstellt, wirkten im Adagio aus der Orgelsuite op. 16 Harmonium und Klavier zwar nicht sonderlich gut aufeinander abgestimmt, gelangten am Ende aber doch zu inniger Eintracht. So darf es in Cann­statt gerne weitergehen.