Presse

Wir veröffentlichen Pressestimmen zu den Veranstaltungen der Reihe Musik am 13. mit freundlicher Genehmigung der genannten Medien.

Pressekontakt

Petra Heinze PR
Telefon: 0711/6566315


Masse und Mensch

Stuttgarter Nachrichten | Susanne Benda

Jörg-Hannes Hahn mit Händels „Messias“ in Bad Cannstatt

Amen, heißt es am Ende: Amen, so sei es. Nach gut zwei Stunden anstrengender Barock-Hitparade präsentieren Chöre das Amen am Schluss von Händels Oratorium „Der Messias“ in der Regel als letzten, gewaltigen Kraftakt. Beim Sonderkonzert der Reihe „Musik am13.“ am Dienstagabend ist das allerdings nicht der Fall. Da singen nur die Solisten den ersten Durchgang der Final-Fuge, und erst nach wenigen instrumentalen Takten folgt der Cantus Stuttgart nach. Es ist das schlüssige Ende einer (englischsprachigen) Aufführung, die sich schon wegen der einfachen Streicherbesetzung als eine individualisierte Version des Stücks verstehen ließ.

Vibratolos spielend, geben die Instrumentalisten unter ihrem intensiv gestaltenden Konzertmeister Klaus von Niswandt (zweiter Geiger im Stuttgarter Kammerorchester) den Orchesterpart als intime Kammermusik – eine neue, spannende Perspektive, die auch im Zusammenwirken mit den fein verschmolzenen und gut ausbalancierten Chorstimmen für starke Wirkungen sorgt. Dabei entpuppen sich die Soprane, abgesehen von seltenen Mühen in der Höhe („King of Kings“), als Herzstück des Ensembles.

Der Cantus Stuttgart singt durchsichtig und lebendig

Dass nicht jeder exponierte Stimm-Einsatz auf den Punkt kommt, sieht man dem durchsichtig und lebendig geführten Chor ebenso gerne nach, wie man dem Dirigenten zwei allzu verschleppte Tempi und ein dynamisch leicht übersteuertes „Halleluja“ verzeiht. Schade ist allerdings, dass die Solisten häufig mit Intonationsproblemen kämpfen und bei langen Koloraturen schwächeln. Der Gesamteindruck ist dennoch stark: Jörg-Hannes Hahn dirigiert einen hochmusikalischen „Messiah“ über den Menschen in der Masse. Die Besucher in der Bad Cannstatter Stadtkirche begeistern sich.