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Stiller Gefährte der Nacht

Ludwigsburger Kreiszeitung | Dietholf Zerweck

Porträtkonzert für den Komponisten Manfred Trojahn bei „Musik am 13.“ in der Stadtkirche Bad Cannstatt

Im Oktober dieses Jahreswird der Komponist ManfredTrojahn 65 und kann auf ein vielseitiges Oeuvre in den verschiedensten musikalischen Gattungen zurückblicken. Neben Bühnenwerken nach Pirandello, Shakespeare und Euripides („Orest“), Sinfonien und Orchesterstücken ist es seine Vokal- und Kammermusik, die den in Düsseldorf und Paris lebenden Komponisten und Dirigenten auszeichnet. In der Cannstatter Reihe „Musik am 13.“ war ihm nun ein Porträt-Konzert gewidmet.Trojahn gehört wie Wolfgang Rihm zu den zeitgenössischen Komponisten, die Einflüsse der Romantik in ihren Werken neuer Musik spiegeln und sich vom Dogma der Zwölftonmusik befreit haben. Mit seinen 1984 entstandenen „Trakl-Fragmenten“ begannen die Mezzosopranistin Renée Morloc und Wolfgang Wiechert am Klavier das Konzert in der gotischen Stadtkirche: der assoziationsreiche lyrische Gehalt der Texte wurde in weiten Intervallsprüngen von der Sängerin expressiv ausgeschöpft. , in dem der Mond zum „Gedankenfreund“ des Dichters wird. Die Sopranistin Maria Palaska gab der Aufführung dieses Stücks eindringliche Stimme.

Einige der elf Lieder des Zyklus bestehen nur aus wenigen Worten, doch auch in den farbigen Rahmenakkorden des Klaviers wurde eine Zeile wie „Abend ist im alten Garten geworden“ atmosphärisch anschaulich. Noch radikaler verfolgt Manfred Trojahn das Prinzip des Fragmentarischen, das Ewald Liska im Gespräch mit dem Komponisten zu ergründen versuchte, in seinem Zyklus „Ungewisses Licht“ für achtstimmigen Chor – von Jörg-Hannes Hahn und seinem Cantus Stuttgart uraufgeführt. Von dem 1849 von Robert Schumann vertonten Gedicht verwenden die vier Fragmente nur noch wenige Chiffren: „bahnlos und pfadlos –sternlose Nacht – der Schimmer, ein Irrlicht – ist es die Liebe, ist es der Tod?“ werden zu tönenden Botschaften an die Einbildungskraft des Zuhörers. Am eindrucksvollsten kam Trojahns Klangsprache in seiner Kammermusik „… stiller Gefährte der Nacht“ zur Wirkung. Die ungewöhnliche Besetzung mit Sopran, Flöte, Cello, Tamtam, Röhrenglocken und Celesta erzeugt einen magischen Klang zur Vergegenwärtigung des Klopstock-Gedichts