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Der Hörer wird in eine Klangflut hineingenommen


Von

Jörg-Hannes Hahn über sein kommendes Konzert „Chor surround“

Jörg-Hannes Hahn, Künstlerischer Leiter der Musik am 13., Foto: Victor S. Brigola

Petra Heinze: Herr Hahn, Sie haben für Ihr nächstes Konzert mit dem Cantus Stuttgart zwei sehr unterschiedliche Werke ausgesucht. „Ecce beata lucem“ von Alessandro Striggio d.Ä. und „Befiehl du deine Wege“ von Johann Christoph Altnickol. Warum?

Jörg-Hannes Hahn: Als ich zum ersten Mal die Altnickol-Motette hörte, dachte ich, das ist sehr gute Musik, dieses Stück möchte ich selbst einmal aufführen. Und auf Striggio kam ich durch Zufall beim Lesen einer Konzertrezension aus Norddeutschland. Ich forschte nach den Noten, fand und las diese und dann war klar: Das ist ein sehr gutes, wirkungsvolles Stück und das Stuttgarter Publikum kennt es noch nicht. Beide Werke sind in unterschiedlicher Zeit entstanden, aber die Kombination funktioniert.

Petra Heinze: Was ist das Charakteristische an ihnen?

Jörg-Hannes Hahn: Altnickol vertont die einzelnen Strophen textausdeutend und sehr unterschiedlich bezüglich der Struktur, Harmonik und Besetzung. Eine ganz andere Haltung finden wir bei Striggio: Er gruppiert die 40 musizierenden Einzelstimmen in fünf mal zwei Chorblöcke zu vier Stimmen. Diese setzen oft nacheinander ein und entfalten dadurch eine besondere Raumwirkung. Oft aber klingen auch alle 40 Stimmen zusammen. Die Harmonik ist weit einfacher als bei Altnickol, der Hörer aber wird in eine Klangflut hineingenommen, die es in der Musikgeschichte in dieser Form nicht häufig gibt.

Petra Heinze: Zwischen den Werken erklingen Orgelimprovisationen von Silvius von Kessel. Wie ist der Bezug zu den Motetten?

Jörg-Hannes Hahn: Der Bezug ergibt sich erst am Konzertabend. Natürlich hat unser Improvisator die beiden Motetten vorliegen, um sich vorzubereiten. Ob er tonal improvisieren wird oder historisierend und welchen Charakter seine beiden längeren Stücke und die kurzen »Promenaden« zwischen den Altnickol-Sätzen haben werden, weiß ich bis heute nicht. Aber ich kenne Silvius von Kessel als sehr geschmackvollen Improvisator, der gewiss den richtigen Ton findet.

 


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