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Die Andersartigkeit jedes Menschen erleben


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Ulrike Hahn spricht über ihr inklusives Projekt „Hänsel und Gretel“ im Großen Kursaal

Die Sonderschulpädagogin Ulrike Hahn macht Oper

Petra Heinze: Frau Hahn, wie kamen Sie auf die Idee, „Hänsel und Gretel” als inklusives Projekt aufzuführen?

Ulrike Hahn: Seit langem wollte ich eine Oper mit ins Programm unserer Kinderkonzerte nehmen, und welche eignet sich für Kinder besser als „Hänsel und Gretel“? Ausschlaggebend war aber Humperdincks wunderbare und lautmalerische Musik und die Tatsache, dass wir das Thema Kinder auf der Flucht einbinden konnten.

Petra Heinze: Wie bringen Sie die Kinder mit und ohne Handicap zusammen?

Ulrike Hahn: In unserer Gesellschaft wird viel für Menschen mit Handicap getan, aber leider viel zu wenig mit ihnen. Und Theater und Musik eignen sich ganz wunderbar, da man hier, wenn es sein muss auch nonverbal, miteinander agieren kann. Musik baut Barrieren ab oder macht sie zumindest kleiner. Nach gegenseitigen Besuchsterminen beginnen wir dezentral und zentral mit unterschiedlichsten Proben: Tanzproben, Chorproben und regelmäßigen Workshoptagen mit allen Schülern und Schülerinnen sowie Kollegen und Kolleginnen.

Petra Heinze: Was gibt es bei solch einem Projekt für Hürden zu überwinden?

Ulrike Hahn: Hürden gibt es bei jedem Projekt aufs Neue: Sich begegnen und zunächst fremd sein, die Andersartigkeit eines jeden Menschen zu erleben, sie zu respektieren, das muss man manchmal noch lernen. Bei uns ist jeder Schüler zuerst ein Kind, ob mit oder ohne Besonderheiten, spielt eine untergeordnete Rolle. Grenzen akzeptieren lernen auf beiden Seiten, sich annähern aber auch, das ist wichtig und macht mir jeden Tag aufs Neue Freude. Und natürlich müssen wir bei jedem Projekt die finanzielle Hürde im Blick haben, aber auch das kennen wir schon und wissen, wo man Spendengelder akquirieren kann.

Petra Heinze: Welche Professionen werden hier benötigt und wie viele Menschen sind beteiligt?

Ulrike Hahn: In diesem Projekt arbeiten Sonderpädagogen und Regelschullehrer Hand in Hand, FSJler und freiwillige Helfer, Profimusiker und Laien, Erwachsene und Kinder. Die musikalische Leitung von Cantus Stuttgart und der Jungen Süddeutschen Philharmonie Esslingen hat mein Mann Jörg-Hannes Hahn, der mittlerweile ein halber Sonderpädagoge ist und uns optimale Bedingungen schafft. 65 Schülerinnen und Schüler der Helene-Schoettle-Schule und der Schillerschule Bad Cannstatt und insgesamt 70 Musiker sind ebenfalls mit im Boot. Wir freuen uns ganz besonders, dass dieses Jahr unsere Solisten aus der Masterklasse der Opernschule der Hochschule für Musik und Darstellende Künste kommen und dabei sind.

Das Kinderkonzert findet am 3. Juli um 18 Uhr im Großen Kursaal Bad Cannstatt statt. Karten gibt es in der Kron-Apotheke Bad Cannstatt und an der Abendkasse

 

 


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