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Eine Lied-Reise durch das 19. Jahrhundert


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Cornelia Weidner spricht über einen Abend mit Ronan Collett und Nicholas Rimmer

Cornelia Weidner, Intendantin der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie, Foto: Reiner Pfisterer
Cornelia Weidner, Intendantin der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie, Foto: Reiner Pfisterer

Petra Heinze: Frau Weidner, Sie halten die Einführung zum Liederabend mit dem Bariton Ronan Collett und dem Pianisten Nicholas Rimmer am 13. Februar in der Stadtkirche. Was erwartet uns?

Cornelia Weidner: Eine Lied-Reise durch das 19. Jahrhundert mit Werken von Franz Schubert und Hugo Wolf. Musikalisch umspannen wir da einen Bogen von etwa 60 Jahren. Schubert komponierte die Lieder und Klavierstücke, die wir hören werden, in den Jahren 1827/28, also kurz vor seinem Tod, und Hugo Wolfs Harfnergesänge, die auf dem Programm stehen, stammen aus dem Jahr 1888. Schubert gilt als der erste große Liedkomponist überhaupt. Mit seinen über 600 Liedern legte er den Grundstein und war Maßstab für alle auf ihn folgenden großen Liedkomponisten. Hugo Wolf steht letztlich am Ende der Entwicklung des Lieds im 19. Jahrhundert. Er stieß die Tür bereits auf in Richtung 20. Jahrhundert und Moderne. 

Petra Heinze: Die Musik am 13. ist ja ein Format geistlicher Musik. Gibt es auch hier einen geistlichen Aspekt?

Cornelia Weidner: Geistlich im religiösen Sinne ist das Programm eher nicht. Die Lieder basieren alle auf weltlichen Texten, auf Gedichten von Johann Wolfgang von Goethe und Heinrich Heine. Aber vor allem die drei Lieder des Harfners von Hugo Wolf haben durchaus einen philosophischen Aspekt. Es sind Abgesänge auf das Leben. Der Harfner zerbricht an der Schuld, die er auf sich geladen hat, den Inzest mit seiner Schwester, und hofft auf Erlösung im Tod. Ähnlich melancholisch, dem Leben abgewandt und von Abschied gekennzeichnet sind die Heine-Vertonungen aus Schuberts „Schwanengesang“, die auf dem Programm stehen. Vielleicht kann man sagen, dass sich diese Lieder alle durch den Glauben und die Hoffnung auf Erlösung durch den Tod auszeichnen.

Petra Heinze: Worauf freuen Sie sich am meisten?

Cornelia Weidner: Ich freue mich vor allem auf das Wiedersehen und -hören mit den beiden Künstlern, Ronan Collett und Nicholas Rimmer. Beide waren schon mehrfach bei der Hugo-Wolf-Akademie zu Gast, zum Beispiel haben sie 2013 ein ganz wunderbares Programm anlässlich des 100. Geburtstags von Benjamin Britten gemacht. Nicholas Rimmer kenne ich sogar noch von den Ludwigsburger Schlossfestspielen. Er war dort im Jahr 2006 als Preisträger des Deutschen Musikwettbewerbs gemeinsam mit Nils Mönkemeyer. Es ist einfach schön, wenn man mit Künstlern über so viele Jahre in Verbindung bleibt, deren Entwicklung mitverfolgt und sie in immer wieder neuen und anderen Programmen erleben kann.


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