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Sogar etwas Jazz


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Jörg-Hannes Hahn über die renovierte Walcker-Orgel und französisch inspirierte Musik

Jörg-Hannes Hahn, Künstlerischer Leiter der Musik am 13., Foto: Victor S. Brigola

Petra Heinze: Am 13. Juli findet in der Lutherkirche das letzte Benefizkonzert zugunsten der Orgelrenovierung statt. Die Walcker-Orgel wurde jedoch nicht nur renoviert, sondern auch klanglich erweitert. Wie dürfen wir uns das vorstellen?

Jörg-Hannes Hahn: Die Orgel in der Lutherkirche ist gut, aber ich träumte immer wieder davon, was man da klanglich noch alles machen könnte. Besonders wichtig war mir, dass der Klang runder und voller wird. Die Orgel wurde nicht nur mechanisch überholt, sondern jede Pfeife einzeln entstaubt. Schon dadurch klingen die Pfeifen freier. Wir konnten einige weitere Register einbauen und zufällig entdeckten unsere Orgelbaumeister Michael Mauch und Tilman Trefz zwei nicht genutzte Pfeifenreihen und so kamen wir sogar zu einem Kornett. Mit diesen beiden Spezialisten hatten wir wirklich einen Glückgriff getan.

Petra Heinze: Was bedeutet diese klangliche Erweiterung für Ihre Praxis? Hat sie auch Einfluss darauf, welche Literatur Sie künftig programmieren?

Jörg-Hannes Hahn: Vor allem beim Improvisieren kann ich nun aus viel mehr Farben auswählen und auch die Literaturstücke klingen charakteristischer. Schon früher konnte ich auf unserer Orgel viele Stile darstellen, nun aber klingt vor allem die romantische Musik aus Deutschland farbenreicher und auch die französisch-symphonische Musik ist näher am Originalklang dran. Meine Auswahl wird sich nicht so sehr ändern, aber Spieler wie Hörer werden sich mit diesem Instrument noch wohler fühlen.

Petra Heinze: Am 13. Juli führen Sie die Cäcilienmesse von Charles Gounod mit dem 1994 entstandenen zweisätzigen Werk “Und ich sah einen neuen Himmel” für Bläser und Orgel von Johannes Matthias Michel auf. Warum diese Kombination?

Jörg-Hannes Hahn: Die Kompositionsweise meines Studienkollegen Johannes Matthias Michel ist durchaus inspiriert von der französisch-symphonischen Musik. Das hört man seinem Werk an, sein Stück ist kein zu großer Stilbruch zu Gounod. Außerdem hatte ich Lust, in diesem Konzert nicht nur zu dirigieren, sondern wollte zum Ende der Benefizreihe auch die Orgel mit ihren neuen Farben vorführen. Es gibt sehr viele Konzerte für Orchester und Orgel und einige Werke für Bläser und Orgel. Michels Stück zählt zu den besten und passt von der Leichtigkeit und vom Schwung her wunderbar zum Sommer. Sie werden sogar etwas Jazz darin finden.

 


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