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Späte Brahmswerke mit elastischem Gummi


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Jörg-Hannes Hahn spricht über einen Abend zum Nachdenken in der Stadtkirche Bad Cannstatt

Jörg-Hannes Hahn. Foto: Roberto Bulgrin

Petra Heinze: Herr Hahn, am 13. Oktober führen Sie mit dem Kammerchor Cantus Stuttgart in der Stadtkirche späte Werke von Johannes Brahms auf. Was ist das Besondere daran?

Jörg-Hannes Hahn: Der Herbst bringt ja immer das Ende des Kirchenjahrs, die Zeit der Ernte und des Nachdenkens. Die „Vier ernsten Gesänge“ haben beispielsweise sehr ausdrucksstarke, nachdenkliche Texte, sind harmonisch dicht und von einer besonderen Tiefe geprägt.

Petra Heinze: Diese vier Lieder, ursprünglich für Bass und Klavier komponiert, präsentieren Sie in einer Fassung für Chor von Heribert Breuer. Das „Schicksalslied“ erklingt in einer Fassung für Chor und Klavier zu vier Händen von Karsten Gundermann. Beide waren in Stuttgart noch nicht zu hören. Wie kamen Sie darauf?

Jörg-Hannes Hahn: Ich wollte schon immer einen reinen Brahms-Abend machen. Ich bin dann zufällig auf diese Fassungen gestoßen und habe immer eine Gelegenheit gesucht, beide Werke zu verbinden.

Petra Heinze: Nun spielen aber der Klarinettist Norbert Kaiser und der Pianist Lars Jönsson zwischen den Brahmswerken aus den „Fünf Bruchstücken“ von Jörg Widmann. Warum?

Jörg-Hannes Hahn: Das ist die „Promenade“, ein Art elastischer Gummi. Er soll einerseits eine Verbindung schaffen und andererseits einen Kontrast zu Brahms herstellen. Norbert Kaiser, der auch ein großer Brahms-Kenner ist, hat sie mir vorgeschlagen.


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